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42% der Deutschen: Hillary Clinton kann am ehesten für Weltfrieden sorgen – Umfrage Oktober

In Kooperation mit dem internationalen Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt Jung & Naiv monatlich… die Deutschen!

Im Oktober wollten wir von den Deutschen u.a. wissen:

Welche/r US-Präsidentschaftskandidat/in könnte am ehesten für Weltfrieden sorgen?

  • 42% der Deutschen gaben an, dass sie dies Hillary Clinton, Kandidatin der US-Demokraten, zutrauen
  • 4% entschieden sich für Donald Trump, Kandidat der US-Republikaner
  • weitere 4% trauen dies Jill Stein, Kandidatin der Grünen, zu. 3% dem Kandidaten der Libertären Partei, Gary Johnson
  • 34% der Deutschen trauen keinem der US-Präsidentschaftskandidaten zu, für Weltfrieden sorgen zu können. 1% traut dies dagegen jedem Kandidaten zu.
  • 12% machten keine Angaben.
  • YouGov befragte im Zeitraum vom 14. – 17. Oktober 2016 2.091 deutsche Bürger ab 18 Jahren.

Das repräsentative Ergebnis ist bemerkenswert, da Hillary Clinton 2003 für den US-geführten Überfall auf den Irak gestimmt hat, der die Region im Nahen und Mittleren Osten seitdem destabilisierte und die Entstehung des sogenannten Islamischen Staats ermöglichte. 2011 spielte sie als US-Außenministerin eine, wenn nicht die entscheidene Rolle in der militärischen Intervention Libyens. Zudem fordert sie im aktuellen US-Wahlkampf eine Flugverbotszone über Syrien, die einen Krieg mit Russland zur Folge haben könnte.

Donald Trump möchte ISIS militärisch besiegen, aber noch nicht verraten wie. Im Gegensatz zu Clinton möchte er keine militärische Konfrontation mit Russland riskieren, sondern sucht den Dialog und eine gemeinsame Lösung des Syrienkonflikts. Anders als Clinton lehnt Trump, laut Wahlprogramm, die US-Politik von „regime change“ ab.

Jill Stein, US-Präsidentschaftskandidatin der Grünen, fordert eine US-Außenpolitik, die „auf Diplomatie, internationalem Recht und Menschenrechten basiert“. Sie möchte alle US-geführten Kriege sowie das weltweite Drohnenmordprogramm beenden. Das US-Militärbudget solle um mindestens die Hälfte gesenkt und die mehr als 700 Militärbasen rund um den Globus geschlossen werden. Amerikanische Waffenexporte an Diktaturen und „Länder, die Menschenrechte verletzten“ gehörten eingestellt. Außerdem fordert Stein, dass die USA die Führungsrolle bei der Abschaffung von Atombomben einnehmen.

Gary Johnson, Kandidat der Libertären Partei, präferiert eine außenpolitische Zurückhaltung der USA. Sein Land dürfe nicht „Weltpolizei“ spielen, fordert er im Wahlprogramm. „Nation building“ und die US-Interventionspolitik lehnt er ab. Der Imperialismus soll ein Ende haben.

Da Bevölkerungsumfragen stets auch Medienwirkungsforschung sind, lautet unser Fazit: Die Deutschen wurden bisher unzureichend über die außenpolitischen Vorstellungen und Handlungen der US-Präsidentschaftskandidaten informiert.

 

8 Kommentare

  1. Es war vermutlich nicht der Grund für das Ergebnis, aber vielleicht war die Fragestellung auch nicht klar genug? Es gibt ja einen Unterschied zwischen „könnte“ und „würde“. Vielleicht wäre sie fähiger aber weniger motiviert als andere?

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    • Ich habe Euch bisher immer als seriös eingeschätzt. Habt ihr in einem SPD Chat gefragt! Oder CDU Chat. Ich weiß, dass es noch viel zu bekloppte Deutsche gibt. Aber so dämlich, sorry aber dass kann ich euch nicht abnehmen. Zumal im Netz eine ganz andere Situation ist. Da hat Trump 90% der Leute die dort schreiben hinter sich. Sorry aber was habt ihr wirklich gefragt, Ob die Leute ein Topf Gold haben wollen? Das ist keine reale Leistung von Euch! Ich glaube es auch nicht dass so viele Deutschen so extrem Blöd sind.

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  2. „Nicht ausreichend informiert“ klingt nach Systemparteien. Es ist die Dauerpropaganda, die Eingang in die Köpfe gefunden hat.

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  3. Im Allgemeinen finde ich eure Seite und eure Projekte interessant und gut. Bei diesem Post frage ich mich aber wo die Seriösität bleibt:
    1) Weltfrieden ist ein ziemlich nichtssagender Begriff. Zählt Bürgerkrieg und Repression hinzu?
    2) Clinton hat für den Irakeinsatz gestimmt. Trump hat den Krieg damals auch befürwortet. Dies ist zwar nicht das gleiche aber kann in so einer Diskussion nicht vernachlässigt werden.
    3) Nicht zu erwähnen das Trump sich mehrmals für atomare Aufrüstung und dem möglichen Einsatz derer ausgesprochen hat, ist nicht seriös.
    4) Außerdem wurde nicht erwähnt das Trump sich für eine massive Aufrüstung der amerikanischer Streitkräfte einsetzt.

    Bitte beantwortet mir mal ehrlich warum ihr diese Sachen rausgelassen habt oder ergänzt sie. So ist das kein seriöser Journalisumus. Falls ihr das anders seht, meldet euch. Eurer abschließende Medienkritik schließ ich mich jedoch an.
    Achja, ich denke nicht das es unter Clinton zu Weltfrieden kommen wird. Ich denke das Jill Stein am ehsten eine Chance hätte.
    Grüße

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  4. Jede Schönheitsköngin wünscht sich Weltfrieden.
    Man hätte auch fragen können: Wenn nur noch zwei Menschen auf der Welt leben würden – wer sähe besser aus? Trump oder Clinton?

    Seltsamerweise kommt YouGov mit tendenziösen Fragen oft zu sehr seltsamen Ergebnissen, die sich bestens für Zeitungen eignen, deren Leitartikel unter 2.000 Zeichen lang sind.

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  5. Aus dem Nachbarland: Ich finde es immerhin beachtlich, dass 34% der Deutschen keinem US Präsidentschaftskandidaten zutrauen für „Weltfrieden“ zu sorgen. Denn US Präsident wird nur jemand mit einer mächtigen Lobby hinter sich; Hillary Clinton ( unübertroffene Siegerin beim Sammeln der Wahlkampfspenden aus der Rüstungsindustrie – nicht mal die Bushs waren so spitze 😉 oder Trump und Co, der hat das nötige Kleingeld wohl selbst. Es dämmert allmählich, was den Amerikanern schon bitter klar ist: USA ist in 1.Linie eine Plutokratie….Exportschlager !

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