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US-Drohnenkrieg: Regisseurin Sonia Kennebeck über „National Bird“ – Folge 307

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Sonia Kennebeck ist eine unabhängige Dokumentarfilmerin und investigative Journalistin. Wir sprechen über ihren Film „National Bird – Wohin geht die Reise, Amerika?“, der am 18. Mai in die deutschen Kinos kommt und von euch allen gesehen werden sollte. Ihr Werk dreht sich um den zunehmenden militärischen Einsatz von Drohnen durch die Vereinigten Staaten – dabei geht es zum einen um die Täterseite, zum anderen um die Opfer von Drohnenangriffen in Afghanistan. Sonia berichtet, wie schwierig es war, die Protagonisten des Films zu finden: „National Bird“ begleitet junge Veteranen des US-Militärs, die in unterschiedlichen Funktionen beteiligt an gezielten Tötungen im Zuge des ‚Krieges gegen den Terror‘ durch Drohnen waren. Die drei Protagonisten Lisa, Daniel und Heather werden zu Whistleblowern, die ausführlich von ihrem Erlebten berichten und sowohl ihre individuelle Haltung und Wandlung darstellen sowie auch Stellung zur politischen und militärischen Entwicklung beziehen.

Tilo spricht mit Sonia über die Sinnhaftigkeit des Drohnenkriegs: Bekämpfen wir damit wirklich den Terror? Was sind die Folgen dieser Kriegsführung? Wie leben die Opfer in Afghanistan mit der ständigen Bedrohung aus dem Himmel?

Filmausschnitte „National Bird“: Mit freundlicher Genehmigung von NFP marketing & distribution

Das und vieles mehr in unserer 307. Folge – wir haben sie am 9. Mai 2017 in Berlin aufgenommen.

 

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2 Kommentare

  1. Danke. Den Film muss man wohl mal anschauen. Aber trotzdem seltsam, dieses Interview.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Kategorien völlig verrutscht sind. Als „Täter“ werden diejenigen bezeichnet, die die Drohnen steuern oder irgendwie in das Drohnen-Programm eingebunden sind. Oder gerne auch die USA insgesamt. Und Obama, der Jagd auf Journalisten gemacht hat? „Opfer“ sind vor allem Kinder und Unbeteiligte in Afghanistan.

    Das stimmt doch so nicht. Die USA machen doch nicht Jagd auf irgendwelche Leute. Ziel ist es doch, Terroristen oder ihre Helfer auszuschalten, oder nicht? Sind das nicht die „Täter“? Man hätte dringend beleuchten müssen, wer das eigentliche Ziel der Angriffe ist. Das fehlt hier völlig.

    Und ist es eigentlich ethisch vertretbarer, wenn altmodische Waffen zum Einsatz kommen? Macht es einen Unterschied, dass eine neue Technik eingesetzt wird?

    Dass die Mitarbeiter des Programms „unter Druck gesetzt“ werden, ist doch kein Wunder, oder? Sie haben sich verpflichtet zu schweigen. Hier könnte Gefahr im Verzug sein, wenn sie militärische Geheimnisse ausplauderten.

    Nein, Leute. Ich verstehe die Filmemacherin. Sie hat sich sehr lange in dieses Thema hineingearbeitet und auf der Strecke sind ihr die Kategorien verrutscht. Aber euch als Interviewer darf das nicht passieren.

    Beste Grüße!

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  2. Wer eine Tat begeht, zB einen Menschen tötet, ist der Täter. Wer durch die Tat ums Leben kommt, ist das Opfer. Moralische Kategorien sind hier völlig fehl am Platz. Die Behauptung einer ‚Täterschaft‘ des getöteten Menschen ist unbewiesen. Ein faires öffentliches Verfahren das dieses ethische Dilemma beseitigen könnte, findet nicht statt. Wessen Kategorien sind hier also verrutscht? Wie sehr muss man sich selbst ins Gesicht lügen, um sich nach der Vernichtung eines Menschen als Opfer zu sehen? ‚ich bin das Opfer und kann mich nur durch die wahllose Tötung anderer Menschen gegen das mir widerfahrene Unrecht zur Wehr setzten‘ – Diese verquere Rechtfertigung der eigenen Schuld ist exakt die Begründung die Terroristen ihren Taten zugrunde legen. Und genau hier setzt der Film an, und zeigt sehr anschaulich wie Täter an ihren Taten zerbrechen und wie zweifelhaft die Schuld des Opfers ist, die doch gerade als Rechtfertigung der unmenschlichen Taten angeführt wird. Gute Arbeit.

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