Artikel
7 Kommentare

Deutsche Soldaten über ihren Job in Afghanistan – Folge 340

Die Bundeswehr ist seit 2001 in Afghanistan. Bis 2014 war sie für den Kriegseinsatz ISAF dort, seit 2014 bildet sie afghanische Soldaten aus, soll sie trainieren und beraten – „Train, Assist, Advice“ heißt der Auftrag der „Resolute Support“-Mission der NATO. Doch was heißt das konkret? Welche Aufgaben nehmen die rund 1000 Soldaten in Afghanistan wahr?

Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen und gefragt: Was machst _Du_ in Afghanistan? Was macht Deutschland in Afghanistan? Ist der Bundeswehr-Einsatz sinnvoll? Und wie lange müssen die deutschen Soldaten aus ihrer Sicht noch in Afghanistan bleiben – weitere sechzehn Jahre? Wir haben mit Offiziersausbildern, Drohnen- und Hubschrauberpiloten, Ärzten und Schutztruppen gesprochen und uns zeigen lassen, was sie machen.

Das und vieles mehr in der 340. Folge – wir haben sie am 23. & 24. November 2017 im „Camp Marmal“ in Masar-E Sharif, Afghanistan aufgenommen.

Bitte unterstützt unseren Afghanistan-Trip finanziell:
Tilo Jung
IBAN: DE36700222000072410386
BIC: FDDODEMMXXX
Verwendungszweck: Jung & Naiv

PayPal ► http://www.paypal.me/JungNaiv

(Wer mindestens €20 gibt, wird im darauffolgenden Monat als Dank in jeder Folge als Produzent gelistet. NEU: Wer €100 gibt, wird sogar für den Rest des Jahres als Produzent im Abspann geführt.)

Fanshop ► http://fanshop-jungundnaiv.de/

Vorherige Folge aus Afghanistan: General Wolf-Jürgen Stahl

7 Kommentare

  1. Warum eigentlich denkst du Tilo, das es Sinnvoll wäre besser heute als morgen aus Afghanistan wieder zu verschwinden, selbst wenn das bedeuten würde das andere (wie die USA) den Job dann weiter machen oder eben niemand? Zumindest macht es auf mich diesen Eindruck, wenn ich deine Fragen so höre.
    Ich persönlich denke, besser man bleibt etwas länger als das man zu früh gegangen ist und deswegen alles wieder in die alten Muster zurückfällt.
    Der eine Soldat hat es doch ganz gut beschrieben, die Afghanen haben ganz andere Denkmuster wie wir, wenn wir ihnen unsere Muster beibringen wollen, dann reicht es einfach nicht das ein paar Jahre zu tun und dann ist alles gut. Man sieht doch in Deutschland schon, auch nach fast drei Jahrzehnten nach dem Mauerfall sind die Mauern in den Köpfen noch nicht ganz verschwunden. Da kann man kaum davon ausgehen das nach Jahrzehnten des Krieges und der Feindseligkeit, die Afghanen nen Kurs besuchen und sich danach in deren Köpfen alles ändert.
    Deshalb würde ich eher nicht davon ausgehen das Deutschland oder die anderen westlichen Solltaten in näherer Zukunft aus dem Land abziehen, es sei denn die Afghanen laden sie aus. Wenn man zugfrüh geht und sich danach alles wieder zurück entwickelt, dann waren die ganzen Jahre vertane Zeit, dass wäre dann wirklich ein Skandal!
    Ob es richtig war, damals, das die Amerikaner in Afghanistan einmarschiert sind, die Frage kann man sicher stellen, ob sich seit dem für die Afghanen etwas zum positiven entwickelt hat, so insgesamt mein ich, die Frage kann man sicher auch stellen, aber es ist eben passiert, deshalb zählt jetzt mehr das es wenigstens richtig zu Ende gebracht wird.

    Antworten

    • „… die Afghanen haben ganz andere Denkmuster wie wir, wenn wir ihnen unsere Muster beibringen wollen …“

      Welche Legitimierung gibt es denn der afghanischen Bevölkerung westliche Denkmuster überzuhelfen? Haben die Afghanen darum gebeten?

      „… aber es ist eben passiert, deshalb zählt jetzt mehr das es wenigstens richtig zu Ende gebracht wird.“

      Es war falsch, aber das Falsche muss zu Ende gebracht werden? Wie sieht denn das Ende aus? Und wie realistisch ist das erreichen dieses Ziels?

      Antworten

      • Wenn man jetzt gehen würde, würde man ein Vakuum hinterlassen das ganz sicher von extremisten gefüllt werden würde. Deshalb wäre es falsch jetzt zu gehen!
        Man kann doch nicht erst alte Sozialwohnungen einreißen und, bevor die neuen fertig gestellt wurden feststellen das der Abriss womöglich falsch war und deshalb dann die Bauarbeiten für die neuen abbrechen und die Menschen im Regen stehen lassen.
        Und was die Denkmuster angeht: ich meinte ja nicht das in Afghanistan jetzt alles eins zu eins nach deutschem Vorbild machen sollte, aber in Afghanistan herrscht jetzt seit Jahrzehnten Krieg und Unterdrückung, lang genug um nicht aus eigener Kraft heraus funktionierende Strukturen aufbauen zu können. Also werden sie Hilfe aus dem Ausland dabei brauchen. Und diese Hilfe ist ja offenbar auch durchaus gewollt, wie es scheint. Natürlich werden die Afghanen irgendwann eigene Methoden und Denkmuster entwickeln, die hoffentlich ohne Unterdrückung auskommen. Das ist ein wenig wie in der Berufschule, erst mal werden einem da Grundlagen vermittelt, bis diese dann durch eigene Erfahrungen ergänzt unt teilweise ersetzt werden.

        Antworten

  2. Eine bessere Differenzierung zwischen den Aktionen der US Streitkräfte und der deutschen Mission wäre wohl besser gewesen. In so fern kann ich schupunkt verstehen. Da es bekannt ist, dass Deutschland aktuell keine Kampfhandlungen forciert. Eine Frage in die Richtung, ob deutsche Soldaten das durchaus zufällige „Rumgeballere“ (US-Drohnen) als Problem bei der Stabilisierung des Landes sehen, hätte mich sehr gefreut.
    Es wird auch klar, dass es in der Vergangenheit keinen klaren Plan gab, was nun zu Kontrollverlusten geführt hat. Dies ist natürlich, auch in Blick auf 2014, sehr tölpelhaft.

    Antworten

  3. Tilo,deine Berichterstattung aus Afghanistan ist ein tolles Projekt!
    Berichtet du auch wie es dazu kam? Wie lange musstest du verhandeln bis du losdurftest? Wer hat das abgesegnet? Von der Leyen? Welche Auflagen gab es für dich? Mit wem durfest du sprechen mit wem nicht? Gab es Vorgaben für Fragen? Für Gesprächsdauer? Wie wurden die Gesprächspartner ausgewählt? Hattest du immmer einen Begleiter? Wo konntest du dich frei bewegen? Wie bist du geflogen? Wie untergekommen? Was hats gekostet?

    Antworten

  4. Ich konnte mir Jung&Naiv nie geben, weil ich (dich) Thilo so unsympathisch fand. Habe mit den ersten extrem unangenehmen Sekunden des Hofreiter-Interviews wohl nicht den richtigen Einstieg gemacht. Jetzt bin ich ueber Aufwachen! auf die Videos gekommen, vielen Dank fuer deine Arbeit! Abgesehen davon, dass die Aktion mutig war, bieten die Interviews einen wirklich einmaligen Einblick. Die Diskussion, die jetzt entstanden ist, ist toll zu sehen und gibt deiner Arbeit recht.
    In dein Gesicht kannst du so viel Empathie packen, dass sie durch den Interviewten geradezu reflektiert wird. Das sorgt wohl fuer die abgefeierte Authentizitaet in den Videos. Habe mich mehrmals beim Mimik spiegeln und nicken erwischt. Koestlich. Spende wird bald moeglich gemacht.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.