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Deutsche Militärpfarrer in Afghanistan – Folge 344

Militärpfarrer sind etwas besonderes: Sie haben keinen militärischen Rang, sind keine Soldaten und haben keine Befehle zu befolgen. Trotzdem sind die Geistlichen Teil einer jeder Truppe. Sie sind die „Seelsorger“ – so wie auch im „Camp Marmal“ der Bundeswehr in Masar-E Scharif. Im Einsatz trägt ein Militärgeistlicher – wie die Soldaten – den Feldanzug mit einem Kreuz anstelle von Dienstgradabzeichen. In einem Lager gibt es gewöhnlich nur eine oder einen Geistlichen. Wir hatten allerdings Glück und konnten mit dem „alten“ und dem „neuen“ Militärdekan vor Ort sprechen: Bernd Schaller und Alexander Liermann.

Alexander ist gebürtiger Bad Nauheimer und seit 2007 Militärpfarrer für das Rhein-Main-Gebiet. Als solcher ist er für zwölf Jahre von der Kirche an die Bundeswehr „ausgeliehen“. Es ist nicht sein erster Einsatz: 2010 war er bereits im Kosovo aktiv.

Bernd ist Katholik und zuständig für Berlin. Bernd hat das „Camp Marmal“ in der Zwischenzeit, also nachdem wir mit ihm gesprochen haben, verlassen und ist zurückgekehrt. Es war nicht sein erster Einsatz in Afghanistan: Zuvor war er zum Beispiel 2010 in Kundus mit den deutschen Soldaten und hat das „Karfreitagsgefecht“ als Seelsorger verarbeiten müssen

Wie sich der heutige Afghanistan-Einsatz und damit die Sorgen und Nöte der Soldatinnen und Soldaten unterscheidet, erklärt Bernd anschaulich.
Das und vieles mehr in der 344. Folge – wir haben sie Ende November im „Camp Marmal“ in Masar-E Scharif, Afghanistan aufgenommen. Wir hatten mit den beiden eigentlich nicht vor langes Interviews zu führen, sodass wir keine J&N-Regeln angelegt haben – daher der Verzicht aufs Duzen bei Alexander Liermann.

Alle bisherigen naiven Folgen aus Afghanistan:

 

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3 Kommentare

  1. . Die Militärseelsorge ist ein Überrest aus der Zeit, als Thron und Altar, weltliche und geistliche Macht noch gemeinsame Sache gemacht haben. (Konstantinische Wende, 4. Jahrhundert)

    2. Eine „Religion des Friedens“ macht sich unglaubwürdig, wenn sie Kriegspfarrer (Militärpfarrer) entsendet.

    3. Jesus Christus hat nicht das Dilemma gepredigt, dass man „schuldig wird, ob man eingreift oder ob man nicht eingreift“. Er hat nicht gepredigt, dass man in einer „unerlösten Welt nicht anders kann, als sich bisweilen die Hände schmutzig zu machen.“ Sondern Jesus hat eine kreative Gewaltfreiheit gepredigt und gelebt. In seinem Geist dürfen wir leben.

    4. Die Kirche hat nicht nur die Aufgabe, zu trösten (Seelsorge), zu helfen (Diakonie) und andere Aufgaben, sondern die Kirche hat auch den Auftrag, Unrecht beim Namen zu nennen und – in Wort und Tat – zu widersprechen (prophetischer Auftrag). Die Militärseelsorge ist zu sehr mit dem Militär verflochten. Deshalb kann sie das prophetische Amt gegenüber dem Militär nicht wahrnehmen. Das Wächteramt der Kirche kommt zu kurz.

    5. Die Kirche, auch die Volkskirchen, haben einen Herrn: Jesus Christus. Er hat nicht gesagt: „Selig sind, die Gewalt anwenden.“ Er hat nicht gesagt: „Selig sind, die Gewalt androhen.“ Sondern er hat gesagt: „Selig sind, die (auf gewaltfreie Weise) Frieden stiften.“ (Mt 5,5+9)
    Quelle:http://www.militaerseelsorge-abschaffen.de/…/forderungen/

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    • Lange nicht so einen Quatsch gelesen: Die Seelsorge in der Bundeswehr kümmert sich um Menschen und ihre Sorgen, sie garantiert das Grundrecht auf freie Religionsausübung der Soldatinnen und Soldaten. Mit Stärkung militärischer Moral hat das nichts zu tun.

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  2. schlimm, daß die Kirchen die Kriegstreiberei unseres Regimes auch noch auf diese Weise unterstützen. Hat denn bei uns niemand etwas gelernt?

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