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Richard David Precht über Radikalität – Folge 369

Wir treffen zum zweiten Mal den populären deutschen Philosophen Richard David Precht. Vor kurzem ist sein neues Buch „Jäger, Hirte, Kritiker – Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“ erschienen, das er in nicht mal drei Monaten geschrieben hat. Wie Richard auf den Titel gekommen ist und was das mit Karl Marx zu tun hat, klären wir gleich zu Beginn. Danach gibt es ein paar Nachfragen zum letzten Gespräch: Findet Richard den US-Präsidenten Trump noch immer faszinierend? Hat er weiterhin keine Angst vor der AfD?

Dann bedient sich Tilo bei Marx: „Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen“. Und so geht es mit Richard David Precht um die großen Probleme unserer Zeit und wie wir sie an der Wurzel packen können: Digitalisierung, Überwachung, Rechtsruck, Krise der Linken, Bildung, Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Hunger, Armut und der Weltfrieden. Außerdem muss Richard erklären, für welches Problem das bedingungslose Grundeinkommen eine Lösung darstellen soll. Ist das Grundeinkommen, das er sich vorstellt, wirklich bedingungslos?

Außerdem geht’s um Richard selbst: Wenn er diagnostiziert, dass wir die großen Probleme in den kommenden zehn Jahren anpacken müssen – warum geht er dann nicht selbst in die Politik und „opfert“ sich für das große Ganze?

Nach etwa zwei Stunden geht’s auch noch um eure naiven Fragen, die Tilo diesmal im Forum vom Aufwachen Podcast gesammelt hat: Was ist eine „naive Frage“? Was sind heutzutage noch „Fakten“? Ist das Gewissen antrainiert? Wem gehören in einer digitalisierten Welt die Maschinen? Leben wir in einem Zeitalter des Spektakels?

Das und vieles mehr in Folge 369 – wir haben sie am 19. Juni 2018 in Berlin aufgenommen.

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Tipp: Richard David Precht, Teil 1 bei Jung & Naiv, Folge 293

 

 

7 Kommentare

  1. Mich würde seine Haltung zur Erbschaftssteuer interessieren, kannst du ja mal beim nächsten Mal fragen 🙂

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  2. Kleine Ergänzung zur Folge 369 😉

    09:50 – Gauland war ja tatsächlich in den 70-80er Jahren in der CDU. Und ist mit seinem politischen Weltbild anscheinend auch in dieser Zeit hängengeblieben – nationalkonservativ eben.

    47:27 – auch bei den Gewerkschaften tut sich was: https://www.grundeinkommen.de/18/04/2018/gewerkschafterinnen-und-gewerkschafter-machen-mobil-fuers-grundeinkommen.html

    58:11 – Es gibt schon eine Partei, der man sich als Unterstützer anschließen könnte: Bündnis Grundeinkommen.

    Das Thema Schule und Digitalisierung sollte man aber auch genau ausloten. So gibt es ja nicht umsonst selbst im Silicon Valley eine Waldorfschule. Also muss man auch hier darauf achten, den Nachwuchs nicht zu empathielosen „Effizienzrobotern“ zu erziehen, sondern den neuen Humanismus weiterbringen, Richtung Humane Marktwirtschaft – wofür das BGE die ideale Basis ist.

    Wenn jeder ab 18 ein BGE in Höhe von 1.500 Euro erhält, wäre auch der Spruch „Von der Wiege bis zur Bare“ hinfällig. Falls es allerdings nur 1.000-1.200 Euro wären, könnte man auch über ein reduziertes BGE für Kinder bis 18 Jahren nachdenken, z.B. 300-500 Euro, welches dann aber mit den Eltern zusammen verwaltet werden sollte, als einzige Bedingung.

    27:16 – Und schön von einem Insider zu hören, dass Gregor Gysi auch langsam einlenkt 😉

    Wie man sieht, geht R.D. Precht auch davon aus, dass das BGE on-top ausgezahlt wird. Weshalb er sagt, er würde es selbst dann nicht behalten und wahrscheinlich spenden. Die elegante Möglichkeit der Abschaffung des aktuellen Steuerfreibetrages (siehe BGE-begleitende vereinfachende Steuerreform) an dessen Stelle in ausgezahlter Form das BGE treten könnte, hat er also entweder noch nicht auf dem Schirm oder lehnt diese ab, weil er allein auf die Finanztransaktionsabgabe setzt.

    PS: Ist das Video eigentlich chronologisch geschnitten? Es wirkt an mancher Stelle durch ähnliche Aussagen von Precht etwas Déjà-vu-artig. Auch sagt er manchmal „Sie“ und manchmal „Du“ zu dir.

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  3. Pingback: Richard David Precht bei Jung & Naiv (Folge 369) | freiner.net

  4. Bei etwa 1:15 wird über die Zerschlagung von unter anderem Facebook gesprochen und die Vision eines Dezentralen sozialen Netzwerks angedeutet.
    Diese Vision wird geteilt und umgesetzt mit dem Standard „ActivityPub“, der von verschiedenen Projekten implimentiert wird:
    https://joinmastodon.org (Tweetdeck-artiges UI)
    https://joinpeertube.org (Video-fokusiertes UI) *
    sowie weitere, deren „Werbe“-Seiten ich nicht auswendig weiß:
    Pleroma (Facebook)
    Pixelfeed (Foto-zentriert wie Instagram) *
    Plume (fokusiert auf lange Blogposts) *

    (* = erwartet noch größere technische Arbeit wie Föderation mit anderen Projekten)

    Wenn man es technisch beherrscht, steht auch niemandem was im Wege eine eigene Instanz zu hosten, etwa für den eigenen Freundeskreis, den Verein, oder die Familie (oder wenn man will auch für sich alleine).

    Wer will kann die Dinge alle heute schon nutzen 😀

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  5. Diese Form der ausführlichen Befragung bringt tiefe Erkenntnisse! Toll!
    Dennoch hätte ich mir gewünscht, R.D. Precht hätte seine Zunkunftsvision zur Gesellschaft näher beschreiben können.
    An anderer Stelle hatte er unlengst die für ihn möglichen zwei Szenarien kurz angedeutet: eine kybernetische Diktatur (was sich jetzt in China andeutet …)
    oder eine Gesellschaft, die sich mehr am Gemeinwohl orientiert.
    Mich hätte interessiert, ob er damit die Gemeinwohlökonomie-Bewegung (begründet von Christian Felber) meint und wie er den Weg dorthin sieht.
    Vor einem Jahr hatte R.D.Precht beim Palaisommer in Dresden noch mit C.Felber auf dem Podium gesessen und von dieser inzwischen weltweiten Bewegung noch nicht viel gewusst. Mich hätte interessiert, wie er diese gangbare Vision inzwischen bewertet.

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